Warum deine Webseite keine Anfragen bringt
Wenn deine Webseite keine Anfragen bringt, liegt es an einem von zwei Problemen: Entweder findet dich niemand (Traffic-Problem) oder die Besucher fragen nicht an (Conversion-Problem). Die Lösung hängt davon ab, welches Problem du hast.
Die Webseite ist da. Das Design sieht okay aus. Du hast eine Kontaktseite. Eine Telefonnummer. Ein Formular.
Und dann: nichts. Keine E-Mails. Keine Anrufe. Keine Anfragen über das Formular. Du fragst dich, ob das Formular überhaupt funktioniert. (Tipp: Teste es. In jedem dritten Projekt, das ich übernehme, ist das Kontaktformular kaputt oder leitet an eine alte E-Mail-Adresse weiter.)
Das Problem hat zwei mögliche Ursachen. Beide lassen sich messen.
Problem 1: Niemand findet deine Seite
Bevor jemand anfragen kann, muss er deine Seite finden. Die meisten B2B-Dienstleister in der Schweiz haben ein Traffic-Problem, kein Conversion-Problem.
Prüf das: Hast du Google Analytics oder ein anderes Tracking installiert? Wenn ja, schau dir die Besucherzahlen an. Wenn deine Seite unter 200 Besucher pro Monat hat, ist das dein Engpass. Nicht das Design, nicht der Text, nicht das Formular. Es kommen schlicht zu wenige Leute auf die Seite.
Eine Backlinko CTR-Studie (2024) zeigt: Position 1 bei Google bekommt 27,6% der Klicks. Position 10 bekommt 2,4%. Ab Seite 2 ist es unter 1%. Wenn deine Seite auf Seite 2 steht, sehen dich pro Monat vielleicht 5 bis 10 Menschen. Davon fragt statistisch niemand an.
Traffic bekommst du durch drei Kanäle:
- Google (organisch): Die Seite muss technisch ordentlich sein und für die richtigen Keywords ranken. In meinem Test von 500+ Schweizer Dienstleister-Webseiten lagen 95% unter einem PageSpeed-Score von 70. Das bedeutet: Die meisten Seiten sind für Google zu langsam.
- Google Business Profil: Für lokale Suchen («Treuhänder Bern», «IT-Support Zürich») ist das Business-Profil oft der stärkste Hebel. Ohne gepflegtes Profil fehlst du auf Google Maps und im lokalen 3er-Pack.
- Empfehlungen: Jemand empfiehlt dich. Der Interessent googelt deinen Namen. Findet deine Seite. Was dann passiert, hängt von Problem 2 ab.
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Problem 2: Besucher kommen, aber fragen nicht an
Du hast 500 Besucher pro Monat. Kein einziger fragt an. Dann hast du ein Conversion-Problem. Die Leute kommen auf deine Seite, finden aber keinen Grund zu handeln. Oder sie finden nicht, wonach sie suchen. Oder sie vertrauen dir nicht genug.
Hier sind die häufigsten Ursachen.
Kein klarer Conversion-Pfad
Ein Besucher kommt auf deine Startseite. Er sieht ein Bild, einen Slogan, vielleicht ein Logo. Was soll er tun? Wohin soll er klicken?
Die meisten B2B-Webseiten haben keinen Conversion-Pfad. Das ist der Weg vom ersten Seitenaufruf bis zur Anfrage. Er besteht aus drei Schritten:
- Aufmerksamkeit: Der Besucher versteht in 3 Sekunden, was du anbietest und für wen.
- Vertrauen: Der Besucher sieht Belege, dass du das kannst. Referenzen, Zahlen, Zertifizierungen.
- Handlung: Der Besucher findet eine klare Möglichkeit, dich zu kontaktieren. Nicht irgendwo versteckt im Footer.
Wenn einer dieser Schritte fehlt, bricht der Pfad ab. Der Besucher schliesst den Tab.
Dein Call-to-Action ist unsichtbar
Ich sehe das auf fast jeder Schweizer B2B-Webseite: Der einzige Weg zur Kontaktaufnahme ist ein Link im Hauptmenü, der «Kontakt» heisst. Auf der Kontaktseite steht ein Formular mit 8 Pflichtfeldern und einer Adresse.
Das reicht nicht. Ein Call-to-Action (CTA) muss auf jeder Seite sichtbar sein. Nicht aggressiv, nicht blinkend. Sichtbar.
Konkret:
- Auf der Startseite: CTA im Hero-Bereich (oberstes Drittel der Seite). «Kostenlose Erstberatung buchen» oder «Offerte anfragen». Kein «Mehr erfahren».
- Am Ende jeder Dienstleistungsseite: CTA mit konkretem nächsten Schritt. «Lass uns über dein Projekt sprechen» mit Link zum Erstgespräch.
- Im Header oder als Sticky-Element: Telefonnummer oder «Termin buchen»-Button, der immer sichtbar bleibt.
Ein CTA, der erst nach 3000 Pixeln Scrollen erscheint, existiert nicht. 53% der mobilen Nutzer verlassen eine Seite nach 3 Sekunden (Google, 2017). Die meisten scrollen nie bis zum Ende.
Keine Vertrauenssignale
Du bist der beste Treuhänder in deiner Stadt. Deine Webseite sagt das. Und die Seite deines Wettbewerbers sagt das auch. Der Unterschied: Dein Wettbewerber beweist es.
Vertrauenssignale für B2B-Webseiten:
- Referenzprojekte mit konkreten Zahlen. Nicht «Wir haben viele zufriedene Kunden», sondern «Buchhaltung für 35 KMU im Kanton Bern. Durchschnittliche Mandatsdauer: 6 Jahre.»
- Google-Bewertungen. Laut BrightLocal (2024) lesen 98% der Konsumenten Online-Bewertungen für lokale Unternehmen. Für B2B gilt dasselbe Muster, auch wenn die Zahlen etwas tiefer liegen.
- Zertifizierungen und Mitgliedschaften. Treuhandsuisse, Swissolar, ISO-Zertifizierungen. Nicht im Footer versteckt, auf den Dienstleistungsseiten.
- Gesichter. Ein Foto von dir und deinem Team. Menschen kaufen von Menschen. Eine Seite ohne ein einziges Gesicht wirkt wie eine Briefkastenfirma.
Deine Seite funktioniert auf dem Handy nicht
Über 60% des Web-Traffics in der Schweiz kommt von Mobilgeräten. Laut Statcounter (2025) nutzen Schweizer das Smartphone häufiger als den Desktop-Computer zum Surfen.
Wenn dein potenzieller Kunde auf dem Handy sucht und deine Seite nicht funktioniert, ist er weg. «Funktioniert» heisst:
- Text ist lesbar ohne Zoomen
- Buttons sind gross genug zum Antippen (mindestens 48x48 Pixel)
- Formulare lassen sich auf dem Smartphone ausfüllen
- Ladezeit unter 3 Sekunden auf mobilem Netz (nicht auf deinem Büro-WLAN)
Teste deine Seite auf deinem Handy. Nicht auf dem neuesten iPhone. Auf einem durchschnittlichen Android-Gerät. Deine Kunden haben nicht alle das neueste Modell.
Deine Seite lädt zu langsam
Jede Sekunde Ladezeit kostet Anfragen. Das ist keine Übertreibung. Portent (2022) hat gemessen: Seiten, die in 1 Sekunde laden, haben eine dreimal höhere Conversion-Rate als Seiten, die in 5 Sekunden laden.
Eine Seite, die 4 Sekunden lädt, verliert über die Hälfte ihrer Besucher bevor sie überhaupt fertig geladen hat. Diese Besucher sehen dein Design nicht. Sie sehen deine Referenzen nicht. Sie sehen deinen CTA nicht. Sie sehen einen weissen Bildschirm, warten, und gehen.
In meinen Tests von 500+ Schweizer B2B-Webseiten lag die durchschnittliche Ladezeit bei 3 bis 6 Sekunden. Das bedeutet: Die Mehrheit dieser Firmen verliert die Hälfte ihrer Besucher an die Ladezeit. Was das in Franken bedeutet, rechne ich in Was deine Webseite dich jeden Monat kostet vor.
Dein Content beantwortet die falsche Frage
Ein Geschäftsführer sucht «IT-Support Bern». Er klickt auf deine Seite. Dort steht: «Willkommen bei der Firma XY. Wir sind ein innovatives Unternehmen mit Leidenschaft für Technologie. Seit 2015 begleiten wir Kunden auf ihrem digitalen Weg.»
Der Besucher wollte wissen: Bietest du IT-Support an? In Bern? Was kostet es ungefähr? Wie schnell reagierst du? Kannst du das belegen?
Stattdessen bekommt er eine Firmenbeschreibung, die auf jeder Webseite stehen könnte.
Dein Text muss die Frage beantworten, die der Besucher bei der Suche hatte. Nicht die Frage, die du gerne beantworten möchtest. Das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die Anfragen generiert, und einer Seite, die hübsch aussieht.
Was du jetzt tun kannst
Zwei Schritte:
Schritt 1: Finde heraus, welches Problem du hast. Traffic oder Conversion? Wenn du weniger als 200 Besucher pro Monat hast, brauchst du mehr Sichtbarkeit. Wenn du Besucher hast, aber keine Anfragen, brauchst du einen besseren Conversion-Pfad.
Schritt 2: Messe den Status quo. Der kostenlose Website-Check zeigt dir Performance, SEO und Rankings. Du siehst in 2 Minuten, wo dein Engpass liegt.
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Timo Maibach
Informatiker, Webentwickler und Gründer von Maibach Systems. Baut performante Webseiten für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz.
Mehr über Timo →Wie steht deine Webseite da?
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