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· Timo Maibach GEOKI-SucheSEO

Was ist GEO? Sichtbarkeit in ChatGPT und Google AI

Ein Interessent fragt ChatGPT: «Welche Treuhänder in Bern eignen sich für ein KMU?» Die Antwort nennt drei Anbieter. Vielleicht mit Quellen. Vielleicht ohne dich.


Das ist der unangenehme Punkt an KI-Suche: Du verlierst nicht Platz 6 an Platz 5. Du bist entweder Teil der Antwort oder du kommst gar nicht vor.

GEO soll genau dieses Problem lösen. Nicht mit Tricks. Nicht mit noch mehr Keywords. Sondern mit Webseiten, die Maschinen und Menschen schnell verstehen: Wer bist du, wofür bist du relevant, warum sollte man dir glauben?

KI-Suche verteilt keine zehn blauen Plätze

Klassische Google-Suche zeigt eine Liste. Anzeigen, Kartenpaket, organische Treffer, vielleicht Bilder, Videos oder FAQ. Du kannst auf Platz 4 stehen und immer noch Klicks bekommen.

KI-Suche funktioniert anders. ChatGPT Search, Perplexity, Microsoft Copilot, Google AI Overviews und Google AI Mode bauen Antworten aus mehreren Quellen. Das System entscheidet, welche Inhalte es heranzieht, welche Aussagen es übernimmt und welche Quellen es sichtbar macht.

Für Dienstleister ist das brutal einfach: Wenn eine KI bei einer lokalen oder fachlichen Frage keine klare Verbindung zu deinem Unternehmen erkennt, nennt sie dich nicht. Dann hilft auch kein hübscher Hero-Slider.

Google schreibt selbst, dass AI Overviews und AI Mode Links zu unterstützenden Webseiten anzeigen können und dass dafür die klassischen SEO-Grundlagen weiter gelten: crawlbare Seiten, hilfreiche Inhalte, gute Nutzererfahrung, sichtbarer Text, passende strukturierte Daten. Keine geheime neue Datei. Kein Spezial-Schema nur für KI.

Das ist gut und nervig zugleich. Gut, weil du kein komplett neues Spiel lernen musst. Nervig, weil Ausreden wegfallen.

GEO ist SEO unter härteren Bedingungen

SEO fragt: Rankt diese Seite für eine Suchanfrage?

GEO fragt: Kann ein KI-System aus dieser Seite eine belastbare Antwort bauen?

Das ist ein anderer Qualitätsfilter. Eine Seite kann für Google halbwegs ranken und trotzdem schlecht für KI-Antworten sein, weil sie schwammig schreibt, keine Quellen nennt, keine klaren Aussagen hat oder die eigene Entität nicht sauber erklärt.

Beispiel für einen schlechten Satz:

«Wir bieten ganzheitliche Lösungen für Unternehmen jeder Grösse.»

Was soll eine KI daraus machen? Nichts. Das ist Watte.

Besser:

«Müller Treuhand AG ist ein Treuhandbüro in Bern und betreut KMU bei Lohnbuchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen.»

Der Satz enthält Firma, Ort, Zielgruppe und Leistungen. Er ist nicht poetisch. Er ist brauchbar. Genau darum geht es.

Die Forschung ist jünger als die Agentur-Versprechen

Der Begriff GEO wurde durch die Arbeit «Generative Engine Optimization» von Forschern aus Princeton, Georgia Tech, IIT Delhi und dem Allen Institute for AI bekannt. Die Studie hat getestet, welche Änderungen die Sichtbarkeit von Webseiten in generativen Antworten verbessern.

Das wichtigste Ergebnis: Sichtbarkeit steigt nicht, weil ein Keyword öfter vorkommt. Sie steigt, wenn Inhalte klarer, belegbarer und besser zitierbar werden. Die Studie spricht von Verbesserungen bis zu 40 Prozent in generativen Antworten, abhängig von Thema und Methode.

Für KMU ist daran nicht die Prozentzahl spannend. Spannend ist die Richtung.

KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die sie ohne Detektivarbeit einordnen können:

  • klare Aussagen statt Marketingschaum
  • Zahlen mit Quellen statt Behauptungen aus dem Bauch
  • sichtbare Autorenschaft statt anonyme Floskeln
  • konkrete Leistungen, Orte und Zielgruppen
  • Seiten, die technisch erreichbar und sauber strukturiert sind

Das ist kein Hexenwerk. Es ist sauberes Handwerk, nur strenger bewertet.

Deine Webseite muss als Quelle funktionieren

Viele Firmenwebseiten sind für GEO praktisch unbrauchbar. Nicht weil sie hässlich sind. Sondern weil sie nichts Greifbares sagen.

Die Startseite sagt «Ihr Partner für digitale Lösungen». Die Leistungsseite sagt «Wir begleiten Sie von der Idee bis zur Umsetzung». Die Über-uns-Seite sagt «Wir sind ein motiviertes Team mit Leidenschaft». Danach weiss ein Mensch wenig und eine KI noch weniger.

Eine GEO-taugliche Seite beantwortet schnell:

  • Wer bietet etwas an?
  • Für wen?
  • In welcher Region?
  • Mit welcher Spezialisierung?
  • Mit welchem Beleg?
  • Auf welcher Unterseite steht die beste Antwort?

Wenn du ein IT-Dienstleister in Zürich bist, muss irgendwo sauber stehen, dass du IT-Support, Microsoft 365, Backup, Security oder Managed Services für KMU in Zürich anbietest. Nicht versteckt in einem PDF. Nicht nur im Bild. Im Text.

Strukturierte Daten helfen, wenn der Inhalt stimmt

Strukturierte Daten sind kein GEO-Zauberstab. Sie helfen Suchsystemen aber, deine Seite präziser einzuordnen.

Für eine Dienstleister-Webseite sind vor allem diese Informationen interessant:

  • Organisation oder lokales Unternehmen
  • Adresse, Region und Kontaktpunkte
  • Leistungen
  • Autor oder verantwortliche Person
  • Fragen und Antworten
  • Artikel und Veröffentlichungsdatum

Wichtig: Die strukturierten Daten müssen zum sichtbaren Inhalt passen. Wenn im Schema «Treuhandbüro Bern» steht, die Seite selbst aber nur «Business Solutions» sagt, ist das kein Signal. Das ist ein Widerspruch.

GEO beginnt nicht im JSON-LD. GEO beginnt im Satz, den ein Kunde und eine Maschine gleich verstehen.

Quellen sind kein Schmuck

KI-Systeme sollen Antworten begründen. Darum sind Quellen nicht Dekoration, sondern Vertrauensmaterial.

Wenn du auf deiner Seite eine Zahl nennst, verlinke die Quelle. Wenn du eine technische Aussage machst, stütze sie auf eine offizielle Dokumentation. Wenn du eine eigene Beobachtung nennst, sag klar, dass es deine Beobachtung ist.

Schlecht:

«Immer mehr Menschen suchen mit KI.»

Besser:

«Google beschreibt AI Overviews und AI Mode als Search-Funktionen, die unterstützende Webseiten anzeigen können. Die GEO-Studie beschreibt generative Suchsysteme als Systeme, die Quellen sammeln und zu Antworten verdichten.»

Das ist trockener. Aber trockener ist oft besser als aufgeblasen.

llms.txt ist nicht die Abkürzung

llms.txt wird in SEO-Kreisen gerade gern als KI-Sitemap verkauft. Die Idee: Im Stammverzeichnis deiner Domain liegt eine kurze Datei, die KI-Systemen erklärt, welche Inhalte wichtig sind.

Kann man machen. Ich nutze solche Dateien selbst. Aber sie ersetzen nichts.

Google sagt ausdrücklich, dass für AI Overviews und AI Mode keine neuen maschinenlesbaren AI-Dateien nötig sind. Entscheidend bleibt, ob deine normalen Seiten crawlbar, indexierbar, hilfreich und verständlich sind.

Eine llms.txt kann eine Inhaltskarte sein. Sie ist kein Ticket in die KI-Antwort. Wer das anders verkauft, verkauft dir wahrscheinlich gerade einen PDF-Export mit neuem Namen.

Gute GEO-Seiten klingen weniger nach Agentur

Der beste GEO-Test ist unangenehm simpel: Lies deine wichtigsten Seiten laut.

Wenn du nach drei Absätzen immer noch nicht sagen kannst, für wen du welches Problem löst, hast du kein KI-Problem. Du hast ein Klarheitsproblem.

SEO für Geschäftsführer ist am Ende genau das: Google, ChatGPT und Perplexity müssen schneller verstehen, warum deine Firma relevant ist. Dafür braucht es keine Tricks. Es braucht bessere Information.

Eine gute GEO-Seite hat:

  • eine klare H1
  • einen konkreten Einstieg
  • eindeutige Leistungsbegriffe
  • lokale oder fachliche Einordnung
  • Abschnitte, die einzelne Fragen direkt beantworten
  • sichtbare Belege
  • interne Links zu passenden Vertiefungen
  • ein aktuelles Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum

Nicht jede Seite braucht zehn Quellen. Nicht jede Seite braucht eine FAQ. Aber jede wichtige Seite braucht eine Antwort auf die Frage: Warum sollte ein System genau diese Seite als Quelle verwenden?

Was du jetzt tun solltest

Fang nicht mit einem neuen Tool an. Fang mit deinen wichtigsten fünf Seiten an.

Prüfe pro Seite:

  1. Steht in den ersten 100 Wörtern klar, wer du bist, was du anbietest, für wen und wo?
  2. Gibt es mindestens einen Satz, den eine KI direkt zitieren könnte?
  3. Sind Leistungen, Orte und Zielgruppen sichtbar im Text?
  4. Gibt es passende strukturierte Daten?
  5. Sind wichtige Zahlen oder Behauptungen belegt?
  6. Ist die Seite indexierbar und intern sinnvoll verlinkt?

Wenn du diese sechs Punkte nicht sauber beantworten kannst, ist GEO nicht dein nächstes Marketing-Experiment. Es ist ein Hinweis, dass deine Webseite noch nicht klar genug arbeitet.

Prüfe deine Seite mit dem Website-Check. Wenn du das Ergebnis einordnen willst, schauen wir es im Erstgespräch gemeinsam an.

Quellen

Timo Maibach, Gründer von Maibach Systems

Timo Maibach

Informatiker, Webentwickler und Gründer von Maibach Systems. Baut performante Webseiten für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz.

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