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Zurück zum Blog Vergleich zwischen einer visuell ansprechenden und einer performanten Webseite , Design versus Google-Performance
· Timo Maibach WebdesignPerformanceGoogle

Deine Webseite sieht gut aus. Warum reicht das nicht?

Auf den Punkt: Eine Webseite, die gut aussieht, kann trotzdem bei Google unsichtbar sein. Google bewertet nicht das Design. Google bewertet Ladezeit, Mobile-Tauglichkeit und technische Struktur. Das sind Dinge, die unter der Oberfläche liegen.


Du hast CHF 8’000 bis CHF 15’000 in ein neues Webdesign investiert. Die Agentur hat geliefert. Moderne Farben, saubere Typografie, schöne Bilder. Dein Team findet es gut. Deine Kunden finden es gut. Du bist zufrieden.

Drei Monate später checkst du deine Google-Rankings. Gleich wie vorher. Oder schlechter. Die Anfragen? Gleich. Oder weniger.

Das liegt nicht daran, dass die Agentur schlecht gearbeitet hat. Es liegt daran, dass Design und Performance zwei verschiedene Dinge sind.

Was du siehst vs. was Google sieht

Du siehst: Farben, Bilder, Layout, Schriften, Animationen.

Google sieht: Quellcode, Ladezeit, Dateigewicht, HTML-Struktur, Mobile-Darstellung, strukturierte Daten.

Google hat keinen Bildschirm. Google rendert deine Seite in einem headless Browser und misst, wie schnell sie lädt, wie stabil das Layout ist und ob der Code semantisch sauber ist. Ob die Farben passen, ist für Google irrelevant.

Die Core Web Vitals, die Google als Ranking-Signal verwendet, messen drei Dinge:

  • Wie schnell das grösste sichtbare Element lädt (LCP)
  • Wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert (INP)
  • Wie stabil das Layout während des Ladens ist (CLS)

Keiner dieser Werte hat etwas mit dem Design zu tun. Eine hässliche Seite, die in 0,5 Sekunden lädt, rankt besser als eine schöne Seite, die 4 Sekunden braucht.

Warum schöne Seiten oft langsam sind

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem, was eine Seite visuell aufwändig macht, und dem, was sie langsam macht.

Grosse Bilder. Ein Full-Screen Hero-Bild in 4000x2600 Pixel, als JPEG exportiert: 2 bis 4 MB. Das allein dauert auf einem mobilen Netz 2 bis 3 Sekunden. Mit dem richtigen Format (AVIF oder WebP) und der richtigen Grösse wäre es 80 bis 90% kleiner.

Animationen und Scroll-Effekte. Parallax, Fade-In, Slide-In. Sieht nett aus auf dem Desktop. Auf einem durchschnittlichen Android-Gerät ruckelt es. Jede Animation ist JavaScript, das geladen, geparst und ausgeführt werden muss. Jedes Script verzögert die Interaktivität.

Web-Fonts in 6 Schnitten. Regular, Italic, Medium, Semibold, Bold, Extrabold. Jeder Schnitt ist eine Datei, die geladen werden muss. Das sind schnell 300 bis 500 KB nur für Schriften. Zwei Schnitte reichen für 90% aller Webseiten.

Slider und Karusselle. Ein Bilderslider auf der Startseite lädt oft 5 bis 8 Bilder gleichzeitig, plus ein JavaScript-Paket für die Slide-Funktion. Der Besucher sieht davon Bild 1. Die restlichen 4 bis 7 Bilder hat er umsonst geladen.

Laut dem HTTP Archive Web Almanac (2024) laden über 60% aller Webseiten mehr als 2 MB an Ressourcen. Der Median für WordPress-Seiten liegt darüber. Jedes MB, das geladen werden muss, ist Ladezeit. Jede Sekunde Ladezeit ist Absprungrate. Jede Absprungrate ist verlorene Anfragen.

Die Beispielrechnung

Nehmen wir eine reale Situation. Ein IT-Dienstleister in Zürich investiert CHF 12’000 in ein Redesign bei einer Agentur. Die Agentur baut auf WordPress mit Elementor. Das Ergebnis sieht professionell aus.

Technische Realität:

  • PageSpeed Mobile Score: 34
  • Ladezeit auf Mobile: 4,8 Sekunden
  • 47 HTTP-Requests
  • 4,2 MB Dateigewicht
  • 12 Drittanbieter-Scripts (Google Fonts, jQuery, Slider, Cookie-Banner, Analytics, Font Awesome)

Zum Vergleich eine nativ gebaute Seite mit dem gleichen Inhalt:

  • PageSpeed Mobile Score: 98
  • Ladezeit auf Mobile: 0,7 Sekunden
  • 8 HTTP-Requests
  • 280 KB Dateigewicht
  • 0 Drittanbieter-Scripts

Google sieht zwei Seiten mit dem gleichen Inhalt. Eine lädt 7x schneller. Google zeigt die schnellere Seite weiter vorne. Das ist kein Geheimnis, das ist dokumentierte Realität.

Ich habe über 500 Schweizer Dienstleister-Webseiten getestet. 95% lagen unter einem Score von 70. Fast alle liefen auf WordPress, Webflow oder einem ähnlichen System. Das Muster ist immer das gleiche: Gutes Design auf einer langsamen Plattform.

Das Problem ist die Plattform

Eine Agentur, die mit WordPress und Elementor arbeitet, kann innerhalb dieses Systems optimieren. Plugins reduzieren, Bilder komprimieren, Caching einrichten. Das bringt den Score von 34 auf vielleicht 55. Das reicht nicht.

Das Problem liegt nicht in der Konfiguration. Das Problem liegt in der Architektur. WordPress lädt ein PHP-Backend, eine Datenbank, ein Theme-Framework, einen Page Builder und Dutzende Plugins. Das alles muss bei jedem Seitenaufruf zusammengebaut werden. Das ist wie ein Auto, das vor jeder Fahrt erst zusammengeschraubt werden muss.

Eine nativ gebaute Seite (zum Beispiel mit Astro) generiert statische HTML-Dateien. Kein Backend, keine Datenbank, kein Framework. Die Seite ist fertig, bevor sie ausgeliefert wird. Das ist der Unterschied zwischen Score 45 und Score 98.

Warum ein Redesign auf der gleichen Plattform nichts ändert, habe ich in einem separaten Post erklärt.

Was das für dein Geschäft bedeutet

Du hast CHF 12’000 für ein Redesign bezahlt. Die Seite sieht besser aus. Aber deine Rankings sind gleich. Deine Anfragen sind gleich. In 2 Jahren investierst du nochmals CHF 12’000 für das nächste Redesign. Gleiches Ergebnis.

In diesen 4 Jahren hat dein Wettbewerber eine Seite, die bei Google auf Platz 3 steht. Er bekommt 3 bis 5 Anfragen pro Monat über Google. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von CHF 10’000 sind das CHF 30’000 bis CHF 50’000 Umsatz pro Jahr, die du nicht machst.

Dein Redesign hat dich CHF 12’000 gekostet. Die fehlende Performance hat dich ein Vielfaches davon gekostet. Du siehst die CHF 12’000. Du siehst die verlorenen Anfragen nicht.

Design und Performance sind kein Widerspruch

Die Lösung ist nicht, auf Design zu verzichten. Die Lösung ist, beides zu haben. Eine Seite kann gut aussehen UND schnell laden. Das schliesst sich nicht aus. Es braucht eine andere Herangehensweise.

Statt: Design zuerst, dann Performance nachflicken. Richtig: Performance als Fundament, dann Design darauf aufbauen.

Wenn die Seite nativ gebaut ist, hast du das Dateigewicht unter Kontrolle. Du entscheidest, welche Scripts laden und welche nicht. Du lieferst Bilder im optimalen Format und in der optimalen Grösse. Du brauchst kein Plugin für Sachen, die 10 Zeilen Code lösen.

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Timo Maibach – Gründer von Maibach Systems

Timo Maibach

Informatiker, Webentwickler und Gründer von Maibach Systems. Baut performante Webseiten für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz.

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