Was kostet eine professionelle Webseite in der Schweiz?
Auf den Punkt: Eine professionelle Webseite in der Schweiz kostet zwischen CHF 100 und CHF 25’000+. Der Preis hängt vom Ansatz ab: Baukasten (CHF 100–1’000), Agentur mit WordPress (CHF 2’000–15’000) oder Custom-Entwicklung (CHF 5’000–25’000+). Webshops starten bei CHF 15’000. Die günstigste Option ist selten die billigste.
Du willst eine neue Webseite. Du fragst drei Anbieter. Du bekommst drei Offerten: CHF 1’500, CHF 8’000, CHF 18’000. Alle drei sagen «professionelle Webseite». Die Unterschiede sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Auf den zweiten schon.
Ich habe über 500 Schweizer Dienstleister-Webseiten getestet. Treuhand, IT, Beratung, Ingenieurbüros. Was mich überrascht hat: Zwischen einer Seite für CHF 2’000 und einer für CHF 15’000 gab es bei Performance und Sichtbarkeit oft keinen messbaren Unterschied. Beide langsam, beide schlecht rankend.
Der Preis allein sagt nichts über die Qualität. Was du bekommst, hängt vom Ansatz ab.
Die drei Preiskategorien
Baukasten: CHF 100 bis 1’000
Wix, Squarespace, Jimdo. Du baust selbst, oder jemand richtet dir ein Template ein. Die monatlichen Kosten liegen bei CHF 15 bis 50. Dazu kommen Domain und E-Mail.
Was du bekommst: Eine Seite, die existiert. Punkt. In meinen Tests landen Baukasten-Seiten bei einem PageSpeed-Score von 20 bis 45. Google bevorzugt Seiten mit einem Score über 90. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist der Unterschied zwischen Seite 1 und Unsichtbarkeit.
Für einen Verein, ein Hobby-Projekt oder ein Nebenprojekt ohne Anfrage-Ziel kann ein Baukasten reichen. Für eine Firma, die über Google Kunden gewinnen will, reicht er nicht. Mehr dazu in Webseite selber machen oder machen lassen?
Agentur mit WordPress: CHF 2’000 bis 15’000
Die häufigste Variante in der Schweiz. Eine Agentur nimmt ein WordPress-Theme, passt es an, installiert Plugins für Kontaktformular, SEO, Sicherheit und Caching. Das Design sieht professionell aus.
Das Problem liegt unter der Oberfläche. In meinen Tests erreichen WordPress-Seiten im Durchschnitt einen PageSpeed-Score von 35 bis 55. Der Grund: jedes Plugin lädt zusätzlichen Code. Laut dem HTTP Archive Web Almanac (2024) laden WordPress-Seiten im Median über 2 MB an Ressourcen. Viele Agenturen liefern 3 bis 4 MB aus.
Du bezahlst CHF 10’000 und bekommst eine Seite, die gut aussieht und bei Google auf Seite 3 steht. Warum? Weil das technische Fundament nicht für Performance gebaut ist. Ein Redesign auf der gleichen Plattform ändert daran nichts.
Custom-Entwicklung: CHF 5’000 bis 25’000+
Kein WordPress, kein Baukasten. Die Seite wird von Grund auf gebaut, mit einem Framework wie Astro, Next.js oder Svelte. Jede Zeile Code hat einen Zweck. Kein Plugin-Overhead, keine Template-Altlasten.
In meinen Tests erreichen Custom-Seiten einen PageSpeed-Score von 95 bis 100. Ladezeit unter 1 Sekunde. Google bevorzugt diese Seiten messbar. Core Web Vitals sind laut Google ein direktes Ranking-Signal.
Die Initialkosten sind höher. Die laufenden Kosten tiefer. Und die Seite bringt Anfragen, statt nur zu existieren.
Webshop: CHF 15’000 aufwärts
Ein seriöser Webshop ist kein Kontaktformular mit Produkten. Er braucht Produktverwaltung, Warenkorb, Zahlungsanbieter (Twint, Kreditkarte, Rechnung), Mehrwertsteuer-Logik, Versandregeln, Lager-Synchronisation und rechtskonforme AGB-Prozesse. Dazu kommt die Anbindung an deine Buchhaltung oder dein ERP.
Realistisch beginnen Webshop-Projekte bei CHF 15’000 und gehen je nach Produktkatalog, Integrationen und B2B-Anforderungen auf CHF 30’000 bis 80’000. Wer einen Shop für CHF 5’000 anbietet, liefert entweder ein Shopify-Template mit Minimal-Setup oder spart an der Stelle, die dich später teuer zu stehen kommt: Performance, Checkout-Conversion und Steuerlogik.
Was den Preis bestimmt
Der Preis einer Webseite hängt nicht vom Design ab. Design ist der kleinste Posten. Diese Faktoren bestimmen die Kosten:
Seitenanzahl. 5 Seiten sind ein anderes Projekt als 25 Seiten. Mehr Seiten bedeuten mehr Content, mehr Struktur, mehr interne Verlinkung.
Funktionalität. Ein Kontaktformular kostet wenig. Ein Buchungssystem, ein Kundenportal, ein Webshop oder eine Schnittstelle zu deiner Branchensoftware kosten deutlich mehr. Ein Webshop allein hebt das Budget auf CHF 15’000 aufwärts. Je komplexer die Funktionen, desto höher der Preis.
Content. Lieferst du Texte und Bilder, oder muss der Anbieter sie erstellen? Professioneller Content kostet CHF 1’000 bis 5’000 zusätzlich. Die meisten Agenturen rechnen Content separat ab.
SEO und Technik. Meta-Tags und eine Sitemap sind Standard. Strukturierte Daten, Schema Markup, eine durchdachte Content-Strategie und GEO-Optimierung (für KI-Suchsysteme) sind es nicht. Das ist der Unterschied zwischen einer Seite, die existiert, und einer, die gefunden wird.
Warum billig oft teuer wird
Die CHF 2’000-Seite spart dir kurzfristig Geld. Langfristig kostet sie dich mehr. Ein konkretes Szenario:
Du beauftragst eine günstige Agentur. Nach 6 Monaten: PageSpeed-Score 38, keine Google-Rankings, keine Anfragen. Du investierst nochmal CHF 3’000 in SEO-Plugins und Optimierung. Der Score steigt auf 52. Immer noch zu wenig.
Nach 18 Monaten: Du lässt die Seite komplett neu bauen. Für CHF 12’000. Gesamtkosten: CHF 17’000 statt CHF 12’000. Plus 18 Monate ohne Sichtbarkeit. Was dich diese verlorene Sichtbarkeit kostet, rechne ich in Was deine Webseite dich jeden Monat kostet vor.
Ich sehe dieses Muster regelmässig. Nicht weil die günstigen Anbieter schlecht arbeiten. Sondern weil das Fundament nicht stimmt.
Monatliche Betriebskosten
Der Kaufpreis ist der Anfang. Diese laufenden Kosten fallen an:
Hosting. CHF 10 bis 30 pro Monat für Standard-Hosting. CHF 0 bis 10 für moderne Lösungen wie Cloudflare Pages oder Vercel. Viele Agenturen berechnen CHF 50 bis 150 pro Monat für «Managed Hosting» auf Shared Servern. Frag nach, was du dafür bekommst.
Wartung und Updates. WordPress braucht regelmässige Updates: Core, Themes, Plugins. Vernachlässigst du das, wirst du gehackt. Laut Sucuri (2022) laufen über 50% der gehackten Webseiten auf veralteten WordPress-Versionen. Wartung kostet CHF 50 bis 200 pro Monat. Custom-Seiten ohne Plugins brauchen weniger Wartung.
SEO-Betreuung. Wer nach dem Launch nichts tut, verliert Rankings. SEO fängt nach dem Launch erst an. Laufende Betreuung kostet CHF 500 bis 2’000 pro Monat, je nach Umfang.
Gesamtkosten pro Jahr. Rechne mit CHF 2’000 bis 6’000 pro Jahr für eine Webseite, die aktuell, sicher und sichtbar bleibt. Das ist keine Ausgabe. Das ist eine Investition in dein Geschäft.
Die ROI-Rechnung
Jetzt die Gegenseite. Was bringt dir eine Webseite, die funktioniert?
Angenommen du bist IT-Dienstleister in Bern. Ein typischer Auftrag bringt CHF 8’000. Deine neue Webseite bringt dir 2 zusätzliche Anfragen pro Monat. Du schliesst 50% davon ab.
Das sind 1 Auftrag pro Monat. CHF 8’000 pro Monat. CHF 96’000 pro Jahr. Für eine Investition von CHF 15’000 (Webseite) plus CHF 6’000 (laufende Kosten im ersten Jahr). ROI: 357%.
Laut einer Backlinko CTR-Studie (2024) gehen über 90% aller Klicks an die Top 5 Ergebnisse auf Google. Der Unterschied zwischen Platz 3 und Platz 13 ist nicht «ein paar Klicks weniger». Es ist der Unterschied zwischen Anfragen und Stille.
Diese Rechnung ist konservativ. Ich rechne mit 2 Anfragen pro Monat. Viele meiner Kunden berichten nach 6 Monaten von 5 bis 10 organischen Anfragen.
Was du als nächstes tun kannst
Bevor du Offerten einholst: Prüfe deine aktuelle Webseite mit dem kostenlosen Website-Check. Du siehst in 2 Minuten, wo du stehst. Dann prüfe deinen grössten Wettbewerber. Die Differenz zeigt dir, was auf dem Spiel steht.
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Timo Maibach
Informatiker, Webentwickler und Gründer von Maibach Systems. Baut performante Webseiten für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz.
Mehr über Timo →Wie steht deine Webseite da?
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