Woran du erkennst, ob dein Webentwickler gut ist
Ein guter Webentwickler zeigt dir den PageSpeed-Score seiner Referenzen. Ein schlechter zeigt dir nur Screenshots. Die eigene Webseite des Entwicklers ist der ehrlichste Test seiner Fähigkeiten.
Du brauchst eine neue Webseite. Du bist kein Techniker. Du kannst nicht beurteilen, ob der Code ordentlich ist, die Architektur stimmt oder das SEO-Setup funktioniert. Aber du musst eine Entscheidung treffen. Für CHF 5’000 bis 20’000. Ohne zu wissen, was du bekommst.
Ich bin Webentwickler. Ich sehe regelmässig Seiten, die von Agenturen und Freelancern gebaut wurden. Die meisten sehen gut aus. Die wenigsten funktionieren gut. Hier sind die Signale, auf die du achten kannst. Ohne technisches Wissen.
Red Flags
1. Die eigene Seite ist langsam
Das ist der einfachste Test. Geh auf die Webseite des Entwicklers. Teste sie mit Google PageSpeed Insights. Wenn seine eigene Seite einen Score unter 80 hat, wird deine nicht besser.
Ich habe über 500 Schweizer Webseiten getestet. Der Durchschnitt liegt bei 38 bis 55. Viele Agentur-Webseiten liegen in diesem Bereich. Das sagt mehr als jede Referenzliste.
2. Nur Templates, keine eigenen Lösungen
«Wir passen ein Premium-Theme an.» Das bedeutet: Du bekommst ein vorgefertigtes Design, das 10’000 andere Webseiten auch nutzen. Mit Code, den niemand geschrieben hat, um dein Problem zu lösen.
Templates sind nicht per se schlecht. Für einfache Projekte reichen sie. Für eine Firmenseite, die bei Google ranken soll, sind sie ein Handicap. Der überflüssige Code drückt den PageSpeed-Score nach unten. Warum ein Redesign auf der gleichen Basis nichts ändert, habe ich separat erklärt.
3. Kein Wort über Mobile
Über 60% des Schweizer Web-Traffics kommt von Mobilgeräten. Laut Google nutzt der Googlebot Mobile-First-Indexing. Das bedeutet: Google bewertet die Mobile-Version deiner Seite, nicht die Desktop-Version.
Wenn dein Entwickler dir ein Desktop-Design zeigt und sagt «Mobile machen wir dann auch», ist das eine Red Flag. Mobile ist kein Nachgedanke. Mobile ist die Hauptversion.
4. SEO als «Extra» oder «Add-on»
«SEO können wir im zweiten Schritt machen.» Das ist wie ein Haus bauen und die Statik als Extra anbieten. SEO ist kein Feature, das man nachträglich draufschraubt. Es ist Teil der Architektur.
Heading-Hierarchie, interne Verlinkung, strukturierte Daten, Meta-Tags, Seitenladezeit. All das wird beim Bau der Seite festgelegt. Nicht danach. SEO fängt nach dem Launch an. Aber es muss beim Launch bereits im Fundament stecken.
5. Keine klaren Preise
«Das kommt ganz darauf an.» Stimmt. Aber ein erfahrener Entwickler kann dir nach einem 15-Minuten-Gespräch eine Grössenordnung nennen. CHF 8’000 bis 12’000 für 5 bis 8 Seiten mit SEO-Grundlage. Wer nach drei Gesprächen immer noch keine Zahl nennen kann, hat entweder keine Erfahrung oder will sich nicht festlegen. Beides ist ein Problem. Eine detaillierte Kostenübersicht hilft dir, Offerten einzuordnen.
6. Keine Antwort auf «Was passiert nach dem Launch?»
Die Seite geht live. Was dann? Wer kümmert sich um Updates, Sicherheit, SEO-Monitoring, Content-Aktualisierung? Wenn die Antwort «Das können Sie selbst machen» lautet, ohne dass dir erklärt wird, was genau und wie oft, ist das ein Problem.
7. Referenzen ohne messbare Ergebnisse
«Wir haben 200 Webseiten gebaut.» Schön. Wie viele davon haben einen PageSpeed-Score über 90? Wie viele ranken für ihre Ziel-Keywords? Wenn die Antwort Schweigen ist, weisst du genug.
Green Flags
1. Misst Performance und zeigt Zahlen
Ein guter Entwickler zeigt dir den PageSpeed-Score seiner Referenzen. Nicht einen Screenshot auf einem 27-Zoll-Monitor. Sondern den Score. Die Ladezeit. Die Core Web Vitals. Messbar, nachprüfbar.
2. Zeigt Referenzen mit konkreten Ergebnissen
«Kunde X hatte vorher einen Score von 35 und Platz 14 bei Google. Nach dem Relaunch: Score 97, Platz 3. Anfragen: von 2 auf 8 pro Monat.» Das sind Ergebnisse, die du überprüfen kannst. Frag danach.
3. Denkt in Conversions, nicht in Pixeln
Design ist nicht Kunst. Design auf einer Firmenseite hat ein Ziel: den Besucher zur Anfrage bringen. Ein guter Entwickler fragt dich: «Was soll der Besucher auf deiner Seite tun?» Nicht: «Welche Farben gefallen dir?»
4. Erklärt verständlich
Du bist kein Techniker. Ein guter Entwickler erklärt dir, warum Ladezeit Rankings beeinflusst. Warum strukturierte Daten für KI-Suchsysteme zählen. Warum dein Hosting einen Unterschied macht. In Sätzen, die du verstehst. Ohne Fachjargon als Schutzschild.
5. Hat eine eigene schnelle Seite
Die eigene Seite ist der Beweis. Score über 90. Schnelle Ladezeit. Saubere Mobile-Darstellung. Wenn jemand dir eine performante Webseite verkaufen will, muss seine eigene performen. Kein Ausreden.
6. Sagt auch mal Nein
«Für deinen Fall reicht ein einfaches Setup. Du brauchst keine CHF 20’000-Seite.» Ein Entwickler, der dir vom teuersten Angebot abrät, verdient Vertrauen. Wer jedem Kunden die gleiche Lösung verkauft, löst nicht dein Problem. Er verkauft sein Produkt.
Fragen, die du stellen solltest
Diese Fragen trennen gute von mittelmässigen Anbietern:
«Welchen PageSpeed-Score haben Ihre letzten drei Projekte?» Gute Antwort: Konkrete Zahlen über 90. Schlechte Antwort: «Das hängt von verschiedenen Faktoren ab.»
«Wie stellen Sie sicher, dass meine Seite bei Google gefunden wird?» Gute Antwort: Heading-Struktur, Meta-Tags, strukturierte Daten, interne Verlinkung, Performance-Optimierung. Alles beim Bau integriert. Schlechte Antwort: «Wir installieren ein SEO-Plugin.»
«Was ist im Preis enthalten und was nicht?» Gute Antwort: Klare Auflistung. Schlechte Antwort: Vage Formulierungen und «Details klären wir später».
«Kann ich die Seite mit Google PageSpeed Insights testen, bevor ich die Schlussrechnung bezahle?» Gute Antwort: «Gerne. Wir garantieren einen Score über X.» Schlechte Antwort: Ausweichen, Relativieren.
«Was passiert wenn ich den Anbieter wechseln will?» Gute Antwort: Du bekommst den Code, die Domain bleibt bei dir, alles dokumentiert. Schlechte Antwort: «Wir hosten die Seite für Sie, das ist einfacher.» Vendor Lock-in ist der Grund, warum viele Firmen an schlechten Anbietern hängenbleiben.
«Zeigen Sie mir eine Referenzseite auf meinem Handy.» Keine Frage, die man verbal beantworten kann. Tu es. Jetzt. Im Gespräch. Wenn die Referenz auf deinem Handy langsam lädt oder schlecht aussieht, weisst du Bescheid.
Dein nächster Schritt
Bevor du Anbieter vergleichst: Prüfe deine aktuelle Webseite mit dem kostenlosen Website-Check. Dann prüfst du die Seiten der Anbieter, die du in Betracht ziehst. Die Zahlen sagen dir mehr als jede Offerte.
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Timo Maibach
Informatiker, Webentwickler und Gründer von Maibach Systems. Baut performante Webseiten für B2B-Dienstleister in der Deutschschweiz.
Mehr über Timo →Wie steht deine Webseite da?
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